Horstburg – verstecktes Kleinod

Auf unbekannten Wegen in die Vergangenheit des Hohen Vogelsbergs

Bei herrlichem Wanderwetter starteten wir unsere Wanderung am Infozentrum Hoherodskopf auf 763,8 m Höhe. Nach unserem ersten phänomenalen Weitblick vom Gipfelplateau ging es erst einmal über einen Wiesenweg bergab, vorbei am Klettergarten und der ehemaligen Kurt-Moosdorf-Schanze, die von 1953 bis 1976 in Betrieb war und dann im Laufe der Zeit abgerissen wurde. Der Hangaufbau zeigt deutlich den Verlauf der ehemaligen SKI-Schanze und im oberen Bereich sind noch zahlreiche Teile vom Fundament zu sehen. 

Vorbei an der Taufsteinhütte über malerische Wald- und Wiesenpfade ging es weiter zum Gackerstein, einer sanften Bergkuppe mit einer Höhe von 663 m, die mit dem für den vulkanischen Boden typischen Magerrasen bewachsen ist. Vom Gipfel blickt man auf den Hoherodskopf und den Bilstein (666m) mit seiner markanten Steinformation und man hat darüber hinaus eine atemberaubende Sicht in Richtung Wetterau und Rhein-Main-Gebiet. Auf Holzbänken unter dem Gipfelkreuz mit seiner Aufschrift „Dem Himmel so nah“ gab’s die erste kurze Rast.

Von nun an ging’s durch reizvolles Waldgebiet bergab nach Rudingshain. Immer wieder boten sich wunderschöne Fernsichten an. Wieder bergauf, vorbei am Niddagraben mit seinen uralten Kopfweiden, über Bergwiesen und einen etwas verwilderten Pfad gelangten wir zu unserem nächsten Ziel, dem geschützten Geotop Horst (601 m), umgeben von Blockhalden, kleinen Felsklippen und Wald. Auf dem Gipfel befindet sich die Horstburg mit Ihren vermoosten Steinmauern, mutmaßlich ein karolingischer Königshof aus dem 8. Jahrhundert, gesicherte historische Kenntnisse fehlen jedoch. Auf jeden Fall ist es ein mystischer Ort um Ruhe zu finden und den Naturgeräuschen zu lauschen.

Nach ausgiebiger Rast führte uns die Wanderung, begleitet vom Gemurmel der zahlreichen kleinen Bachläufe, weiter, vorbei an einem alten Steinbruch, den Forellenteichen (ehemals Flößerteiche) über knorrige Waldpfade zurück zum Hoherodskopf. In der Hoherodskopfklause ließen wir den schönen und abwechslungsreichen Wandertag ausklingen.

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